Ziele der pädagogischen Arbeit

 

„Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und

gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“

Laut § 22 Abs. 2 SGB VIII ist es Aufgabe von Kindertageseinrichtungen und Tagespflege, (1) die Entwicklung des

Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern, (2) die Erziehung und Bildung in der Familie zu unterstützen und zu ergänzen sowie (3) den Eltern zu helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser

miteinander vereinbaren zu können.

In § 22 Abs. 3 SGB VIII heißt es dann:

"Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein. Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen".

[Kinder- und Jugendhilfegesetz]

 

Unser inklusives Konzept beruht auf Chancengleichheit, gegen Diskriminierung und dem Abbau von Hierarchien. Wir respektieren Vielfalt, akzeptieren keine Ungerechtigkeit und setzten uns mit Ausgrenzung und Abwertung bewusst auseinander.

Mit unserem Respekt an Vielfalt möchten wir die Identität der Kinder und Sorgeberechtigten stärken und Selbstbewusstsein fördern. Wir gehen respektvoll mit uns und anderen um. 

Wertschätzung und der Abbau von Barrieren stehen im Vorder-grund. Vielfalt bedeutet für uns Unterschiedlichkeit und Gemeinsamkeit. Wir sehen jedes Kind in seiner Einzigartigkeit. Es erhält Anerkennung und Wertschätzung. Wir gehen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder ein nach dem Grundsatz “Gleiches, wie möglich, Besonderes, wo nötig“.

 

Die Kinder haben bei uns das Recht, an Entscheidungen beteiligt zu

werden. Wir geben dem Kind im Alltag viel Raum, aktiv zu handeln und das, was es in Eigen- Initiative umsetzen kann, auch selbständig zu tun.

 

Das tägliche Angebot verstehen wir als Impuls. Hier hat das Kind die Möglichkeit selbst zu entscheiden mit wem oder was es sich beschäftigen möchte.

 

„Wesentlich ist, dass das Kind möglichst viele Dinge selbst entdeckt. Wenn wir ihm bei der Lösung aller Aufgaben behilflich sind, berauben wir es gerade dessen, was für seine geistige Entwicklung das Wichtigste ist. Ein Kind, das durch selbständige Experimente etwas erreicht, erwirbt ein ganz andersartiges Wissen als eines, dem die Lösung fertig geboten wird“.

[Emmi Pikler, ungarische Kinderärztin 1902-1984]

 

Die Grundlage für eine zielgerichtete Bildungsarbeit ist die beobachtende Wahrnehmung des Kindes, gerichtet auf seine Möglichkeiten und die individuelle Vielfalt seiner Handlungen, Vorstellungen, Ideen, Werke, Problemlösungen u.ä.. Um zu erfassen, was das Kind zur Unterstützung seines Bildungsprozesses braucht, müssen wir es kennen lernen. Dies geschieht dadurch, dass wir das Kind im Alltag aufmerksam wahrnehmen und uns auf das einlassen, was es gerade macht und möglicherweise fühlt. In regelmäßigen Abständen dokumentieren wir unsere Beobachtungen. Dabei müssen zwei Formen der Beobachtung unterschieden werden, eine mit gerichteter und eine mit ungerichteter Aufmerksamkeit. Die gerichtete Aufmerksamkeit

zielt auf Verhaltensweisen und Verhaltensbereiche ab, die bereits bekannt sind. Ihr entsprechen die meisten Fragen oder Einschätzungen auf den uns vorliegenden Fragebögen.

 

Die Impulse unserer täglichen Arbeit liefern uns die Kinder in ihrer

Einzigartigkeit und Vielfältigkeit. Spiel soll Freude bereiten, es ist ein spontanes, angeborenes Verhalten. Das Kind lernt im Spiel durch Ausprobieren und Nachahmung. Dies fördert Individualität und seine Ressourcen. Durch die Wiederholung verinnerlicht das 

Kind Bewegungsabläufe und Verhaltensweisen. Um sein Erlerntes zu vertiefen und Transferleistungen zu erbringen, bieten wir immer wieder neue Spiel- und Material- Anregungen an.

 

Wir lehnen uns an die Pädagogik von Emmi Pikler an, welche das Ziel hat:

„Es gilt im Umgang mit den Kindern nichts zu beschleunigen, sondern ihnen und sich selbst Raum und Zeit zu lassen, damit Beziehung und Bindung im Dialog aufgebaut werden können. Die Qualität der Berührungen und des gesamten Umgangs mit dem Kind ist von großer Bedeutung“

[www./sites.google.com/site/paedagogischekonzepte/emmi-pikler]