Formen der pädagogischen Arbeit

 

Unser Konzept stützt sich auf den von Emmi Pikler entwickelten Ansatz, die durch die Beobachtung an ihrem Kind wusste, dass Kinder nicht zur Bewegung und zum Spiel aufgefordert werden müssen, sondern dass es auf die Gestaltung der Umgebung und dem bewussten Umgang mit dem Kind ankommt. Für Emmi Pikler sind Kinder von Natur aus friedlich und an ihrer Umwelt interessiert. Es ist bedeutsam, ob ein Kind von Geburt an als Mensch angesehen wird, empfindsam und verständig ist oder ob

in ihm ein unfertiger Mensch gesehen wird. Tätigkeiten wie Windeln

wechseln oder waschen haben pädagogische Anteile. Dies ist ein

Fundament jeder Beziehung. Erwachsene müssen die Signale des

Kindes verstehen und zur Kenntnis nehmen.

Wichtig dabei sind eine achtsame Haltung, Respekt und eine genaue Beobachtung sowie den Kindern ihren eigenen Rhythmus zu lassen.

 

Im 1. Lebensjahr (bis ca. 7./8 Lebensjahr) steht in der Entwicklung der Kinder das Funktionsspiel im Vordergrund. Es handelt sich um Spiele aus Freude an der Bewegung ohne Material, wie aufrichten, drehen, laufen, krabbeln, robben, winken, klatschen, etc. oder mit Material Gegenstände betasten, beklopfen, begreifen, rollen, herumtragen, greifen, wegwerfen, aus- und einräumen, schieben, matschen, schmieren, kritzeln, zerreißen, etc. Diese Spiele stärken die Ich- und Sach-Kompetenz der Kinder.

 

Erstmalig im 2. Lebensjahr beobachten wir, meist mit dem Beginn des Spracherwerbs, das Rollenspiel. Das Kind setzt sich  mit Personen, deren Tätigkeiten und Beziehungen auseinander. Durch Rollenspiele wird frühzeitig soziales Verhalten geübt und der emotionale Bereich entwickelt (Sozial-Kompetenz).

Gegen Ende des 2. Lebensjahres wird das funktionale Spiel weiterentwickelt und das Spielmaterial „sinnvoll“ verwendet, das Konstruktionsspiel beginnt. Es entwickelt sich Ausdauer, Konzentrationsfähigkeit und Motivation zu planmäßigem Handeln. Es folgt die Wahrnehmung in Bezug auf Farben, Formen, Größen, Mengen und Gewichte.

 

Mit dem 3. Lebensjahr beginnen Regelspiele die Kinder zu interessieren. Die Regeln hierbei können mit den Mitspielern vereinbart werden. Regelspiele fördern die geistigen und körperlichen Fähigkeiten genauso wie die passive und aktive Anpassung an die Gemeinschaft. In unseren Räumen haben die Kinder immer die Möglichkeit alle Spielformen auszuprobieren. Unsere wie bereits erwähnte asiatische, afrikanische und europäische Puppe ermöglichen den Kindern nicht nur das klassische Rollenspiel, sondern vermitteln ebenfalls den kulturellen Aspekt der Vielfalt. Ebenso unsere mit männlichen Merkmalen ausgestattete Puppe und unsere mit Down- Syndrom verkörperte Puppe zeigen den Aspekt der Vielfalt und der Teilhabe.

 

Umfangreiche Materialerfahrung wie Kleister, Farbe, verschiedene

Papiere, Knete, Schere oder wertfreies Material stärken die Kinder in Ihrer Wahrnehmung und motorischen Entwicklung.

Steckspiele, Farbspiele und erste Regelspiele, kommen ebenfalls bei uns regelmäßig zum Einsatz. Diese stärken den emotionalen, sozialen Bereich und fördern das kognitive Denken

 

Durch unsere regelmäßigen Besuche auf dem Spielplatz werden ebenfalls die Kompetenzen der Kinder im motorischem, emotionalem, sozialem Bereich sowie das kognitive Denken gestärkt.

 

Auch die sprachliche Entwicklung der Kinder liegt uns sehr am Herzen. Gemeinsames Singen und Vorsingen, eine Vielzahl von Kniereiter-, Fingerspielen und Reimen, das Betrachten von Bilderbüchern und das Vorlesen helfen uns bei der Förderung der Sprache. Wir sprechen viel mit den Kindern und begleiten unser Handeln stets mit Sprache. Das gemeinsame Spiel wird mit Sprache untermalt. Wir hören aufmerksam zu und geben dem Kind die Gelegenheit zu sprechen. Durch gezielte Fragen ermuntern wir das Kind zusätzlich zum Sprechen. Bei der Auswahl der Bücher achten wir ebenfalls auf altersentsprechende Vielfalt.